Bisher war von den Pflichtteilen und der verfügungsfreien Quote die Rede und beide bestimmen sich nach Quoten (Bruchteilen des gesamten Nachlasses).

Falls Sie eine Person als Erbe begünstigen wollen, spricht man von Erbeinsetzung. Wenn der eingesetzte Erbe kein gesetzlicher Erbe ist, spricht man vom eingesetzten Erben.

Diese Erbeinsetzung muss zwingend auf eine Quote (einen Bruchteil) lauten.

Beispiel:

Ehegatten ohne Kinder. Es stirbt der Ehemann.
Zunächst findet die güterrechtliche Auseinandersetzung statt, worauf die Höhe des Nachlasses feststeht:

1. Güterrechtliche Auseinandersetzung

Anteil Frau aus Güterrecht

Anteil Mann aus Güterrecht (gestorben)

Errungenschaft (gemeinsames Vermögen)

Eigengut der Ehefrau

0.-

 

 

Eigengut des Ehemannes

 

700‘000.-

 

Errungenschaft (je ½)

100‘000.-

100‘000.-

200‘000.-

Total Anteil Frau aus Güterrecht

100‘000.-

 

 

2. Anteil des verstorbenen Ehemannes aus Güterrecht= Nachlass (1/1)

 

800‘000.-

 

Pflichtteil der überlebenden Ehegattin (3/8 des Nachlasses)

300‘000.-

 

 

Die Ehegattin erhält also mindestens aus Güterrecht und Erbrecht

400‘000.-

 

 

Pflichtteil der Eltern (1/8 des Nachlasses)

100‘000.-

 

 

Die verfügungsfreie Quote beträgt (4/8 resp. ½ des Nachlasses)

400‘000.-

 

 

In einem solchen Fall (d.h. wenn Nachkommen fehlen), könnte mit Ehevertrag eine Gütergemeinschaft vereinbart werden (damit würde das gesamte eheliche Vermögen – inkl. die Eigengüter – hälftig geteilt. Damit würde der Nachlass im gerechneten Beispiel kleiner.

Wenn Sie beim vorstehenden Beispiel über die verfügungsfreie Quote mit Erbeinsetzung verfügen möchten, lautet die Verfügung wie folgt:
„Ich setze meinen Gemahl/meine Gemahlin und meine Eltern auf den Pflichtteil. Für die verfügungsfreie Quote setzte ich Herrn/Frau …  ein.“

Sehr oft geht es darum, nicht eine Erbeinsetzung vorzunehmen, sondern über das Schicksal einer Sache oder eines bestimmten Vermögens zu verfügen, also ein Legat oder Vermächtnis vorzunehmen. Die Verfügung lautet dann wie folgt:
„Ich vermache meinen Schmuck meinem Patenkind Sonia. Das Konto (Nr. …) bei der Bank (Name der Bank angeben) vermache ich meinen Göttibub Fritz.“

Derartige Legate/Vermächtnisse begründen keine Erbeneigenschaft des Begünstigten, sondern einen Anspruch des Begünstigten gegenüber der Erbengemeinschaft auf Herausgabe der Sache respektive des Vermögensbestandteils. Ein Legat/Vermächtnis verletzt den Pflichtteil, wenn es der Höhe nach die verfügungsfreie Quote übersteigt, wobei auch hier die Erben ihren Pflichtteil auf dem Rechtsweg geltend machen müssen.

Sie können auch Teilungsbestimmungen in einer letztwilligen Verfügung vorsehen.