Sie können Ihr handschriftliches Testament zu Hause aufzubewahren. Allerdings besteht in diesem Fall die Gefahr, dass das Testament nicht gefunden wird oder nicht zur Eröffnung an die zuständige Stelle eingereicht wird (aus welchen Gründen auch immer). Sie sollten Ihr eigenhändiges Testament nicht privat, auch nicht in Ihrem Bankschliessfach aufbewahren. Jeder Kanton hat von Gesetzes wegen eine Behörde bestimmt, die verpflichtet ist, handschriftliche Testamente zur Aufbewahrung entgegen zu nehmen. Häufig ist es die Wohnsitzgemeinde. Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Amtsstelle (Erbschaftsamt, Gemeindeverwaltung, Bezirksgericht, Justice de Paix, etc.). Ihr handschriftliches Testament können Sie unter Umständen auch beim Notar aufbewahren lassen.

Bei einem öffentlich beurkundeten Testament verbleibt das Original in den meisten Kantonen bei der Urkundsperson, also dem Notar und Sie erhalten eine Ausfertigung (Kopie mit erhöhtem Beweiswert).

Sie können sowohl von der Amtsstelle als auch vom Notar oder Anwalt verlangen, dass  der Aufbewahrungsort Ihres Testamentes beim Testamentenregister des Schweizerischen Notarenverbandes (SNV) angemeldet wird. Im Register werden die folgenden Angaben eingetragen:

  • Angaben zu Ihrer Person:
  • Aktueller Familienname, Ledigname (für Männer und Frauen), Vorname/n, vollständiges Geburtsdatum, Heimatort/e, Nationalität, aktuelle Wohnadresse.
    Angaben  zu Ihrer letztwilligen Verfügung:
  • Verfügungstyp (handschriftliches Testament, öffentliches Testament, Ehevertrag, Erbvertrag, Ehe-+Erbvertrag oder andere Verfügung)
  • Datum der Verfügung
  • Aufbewahrungsort der Verfügung (Amtsstelle/Behörde oder Notar oder Anwalt).
  • Bitte beachten Sie: Private Aufbewahrungsorte können nicht eingetragen werden.

Das Testamentenregister gibt keine Auskünfte über lebende eingetragene Testatoren und ihre registrierten Verfügungen. Erst nach Ihrem Tod kann also jede interessierte Person gegen Vorweisung einer amtlichen Todesbescheinigung beim Testamentenregister eine Nachforschung in Auftrag geben und so den Aufbewahrungsort Ihrer letztwilligen Verfügung in Erfahrung bringen. In einigen Kantonen sind die Notare und mit Erbschaften befassten Amtsstellen/Behörden bereits heute gesetzlich verpflichtet, beim Testamentenregister nachzuforschen.

Diese Möglichkeit ist einzigartig in der Schweiz und soll helfen, Ihren letzten Willen im Todesfall auch wirklich wieder aufzufinden, was bei der heutigen Vielfalt von Aufbewahrungsmöglichkeiten nicht sicher ist.