Der 13. September ist internationaler Tag des Testaments. Dass es sich lohnt, eines zu schreiben, ist in der Schweiz aber noch wenig bekannt: Nur ein Viertel der Bevölkerung macht ein Testament, das zeigt eine repräsentative Umfrage des Vereins MyHappyEnd.

Jährlich werden in der Schweiz schätzungsweise rund 70 Milliarden Franken vererbt. Das ist viel Geld – und es kommt deswegen auch immer wieder zu Streit. Ein Testament kann das verhindern. Zwar finden in der Demoscope-Umfrage 74 Prozent der Bevölkerung ein Testament „sehr wichtig“ oder „ziemlich wichtig“, und 50 Prozent der Befragten sagen, dass sie „vermutlich“ oder „in absehbarer Zukunft“ ein Testament machen werden, aber wirklich umgesetzt haben es nur 26 Prozent. 

Immerhin: Wer ein Testament machte, hat es nicht bereut, im Gegenteil. 73 Prozent empfanden den Schritt als „befreiend“, und nur 26 Prozent fanden, es sei „kompliziert“ gewesen. Interessant sind auch die sprachregionalen Unterschiede. 78 Prozent der Romands  betrachten ein Testament als „ziemlich wichtig“ oder „sehr wichtig“ und liegen damit noch vor den Deutschschweizern, aber bei der Umsetzung sieht es dann anders aus: 28 Prozent der Deutschschweizer machen ein Testament, aber nur 19 Prozent der Romands.

Bei den Gründen für das Verfassen eines Testaments steht die Absicherung von Partner, Kinder und Angehörigen zuoberst (58 Prozent). Auch ist es den Menschen wichtig, zu wissen, was nach dem Tod mit dem Nachlass passiert (30 Prozent). Und sie wollen Erbstreitigkeiten vermeiden (28 Prozent).

Lediglich drei Prozent geben an, dass sie mit dem Nachlass „Gutes tun“ möchten, indem sie neben der eigenen Familie beispielsweise gemeinnützige Organisationen berücksichtigen. Dass das Schweizer Erbrecht diese Möglichkeit explizit vorsieht, wissen aber 70 Prozent der Befragten. Und immerhin 39 Prozent können sich vorstellen, das auch zu tun.

„Hier besteht noch viel Luft nach oben“, findet Beatrice Gallin, Geschäftsführerin von MyHappyEnd – dieser Verein hat sich im Auftrag von mehr als 20 gemeinnützigen Organisationen zum Ziel gesetzt, offen über Tabuthemen wie Tod und Erbschaft zu sprechen. Beatrice Gallin: „Mit der freien Quote hat der Gesetzgeber ganz bewusst eine Möglichkeit geschaffen, via Testament ein Zeichen zu setzen – für ein persönliches Anliegen, das einem besonders wichtig ist. Wer davon Gebrauch macht, tut Gutes und kann der Gesellschaft etwas zurückgeben. Das ist doch eine wunderbare Sache.“

Auskunft: Beatrice Gallin, Geschäftsführerin MyHappyEnd, O78-713 33 79 / beatrice.gallin@myhappyend.org

indietro